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Tod allen Planarien

Ich hatte mir durch eine Pflanzenspende zwei Arten Planarien eingeschleppt. Eine grosse, graubraune Sorte von bis zu 10mm und eine kleine weisse von 4mm.
Nachdem ich am Anfang das unbeabsichtige Verbreiten der Planarien in andere Aquarien unterschätzt hatte, waren innerhalb einiger Monate die Hälfte meiner Aquarien mit Planarien “infiziert”. Ich konnte keine Massenvermehrung von Planarien feststellen, aber die Vermehrungsrate meiner Garnelen war gesunken und ich konnte nicht mehr soviele Jungfische wie vorher großziehen. Ich glaube, dass es eher an der Futterkonkurenz durch die Planarien als an direkten Angriffen gelegen hat.

Früher, bevor ich Garnelen und Krebse pflegte, habe ich Planarien und Hydra immer mit Flubenol bekämpft und hatte nie Ausfälle zu beklagen, noch konnte ich nachträglich Planarien oder Hydra feststellen. Doch durch die teilweise schlechten Erfahrungen mit Flubenolbehandlungen, die in den diversen Foren diskutiert wurden, beschloss ich einen Test bezüglich der Flubenolverträglichkeit bei Garnelen zu starten.

Zwei 54l Becken, die mit einem HMF aus feinem Schaumstoff, einigen Wurzeln mit Javafarn und einer dünnen Schicht Sand eingerichtet waren, besetzte ich mit Crystal Red Garnelen bzw. Tüpfelgarnelen. Da ich die Schaumstoffmatten aus mit Planarien infizierten Becken genommen und diese nur grob gereinigt hatte, waren etliche Planarien beider Sorten in den Becken.
Nach einigen Wochen konnte ich die ersten eiertragenden Garnelenweibchen beobachten und nach weiteren Wochen die ersten Junggarnelen.
Jetzt reinigte ich die Filtermatten, saugte die Mulmecken ab und wechselte ca. 50% des Wassers. Pro Becken gab ich 0,1g 5% Flubenolpulver hinzu, wechselte alle fünf Tage die Hälfte des Wassers und dosierte entsprechend Flubenol nach. Schon nach einer Woche konnte ich keine Planarien mehr entdecken, trotzdem wechselte ich weiterhin alle 5 Tage die Hälfte des Wassers und dosierte Flubenol nach.

Den Garnelen machte die Behandlung nichts aus: sie vermehrten sich weiter gut und ich konnte keine ungewöhnlichen Todesfälle feststellen. Nach vier Wochen stellte ich die Behandlung ein, wechselte aber weiterhin regelmäßig das Wasser. Nach drei Monaten konnte ich immer noch keine Planarien feststellen und entschloß mich, meine gesamte Anlage mit Flubenol zu behandeln.

Flubenol ist kein Medikament, das in normaler Dosierung toxisch auf Lebewesen wirkt. Viele Medikamente, die in der Aquaristik Verwendung finden, nutzen die unterschiedliche Verträglichkeiten verschiedener Lebewesen bezüglich ihrer Wirkstoffe aus.
Z.B. werden Kupferionen von den meisten Wirbeltieren in viel höherer Dosis vertragen als von Krebstieren und Einzellern. Flubenol ist eine Enzymstörer, der den Stoffwechsel von Würmern beeinträchtig, sodass die Würmer “verhungern”.
Ich dosiere immer 0,2g/100l Nettovolumen. Aber auch eine zehnfache “Überdosierung” macht den Fischen und Garnelen nichts aus. Ganz wichtig ist meiner Meinung nach die vorherige Reduzierung der organischen Masse. Ich reinige den Filter, entferne Mulmecken und spüle den Bodengrund durch.
So entferne ich einen Großteil der Planarien und des Filterschlamms mit seinen ganzen Lebewesen. Dadurch vermeide ich, einen GAU, der durch die vielen abgestorbenen Lebewesen entstehen kann. Die mir bekannten Flubenolbehandlungen, bei denen es zu Totalausfällen gekommen ist, sind alle in ungereingten, vermulmten Becken geschehen. Viele Aquarianer unterschätzen die Anzahl der Planarien in ihren Becken, erst wenn sie durch Köder angelockt oder durch Sauerstoffmangel an die Wasseroberfläche getrieben werden, sieht man die Masse.
Für jede Planarie, die man sieht, gibt es noch mindestens fünfzig unsichtbare. Wenn diese Masse durch eine Flubenolbehandlung abstirbt, kommt es zu Sauerstoffmangel und bestimmt zu einigen toxischen Abbauprodukten, die dann letztendlich für die Ausfälle verantwortlich sind. Doch halt, verantwortlich ist der Pfleger selbst, der es sich zu einfach machen wollte.

Bei der Behandlung meiner ca. 100 Aquarien mit einem Volumen von ca. 5500l ist es zu keinem einzigen Ausfall wegen der Flubenolbehandlung gekommen. Sicher, es war eine ganze Menge Arbeit, doch ich hatte vorerst keine Planarien mehr. Die Grauen sind nur noch in zwei Aquarien aufgetreten und durch eine weitere Behandlung mit Flubenol konnte ich sie entfernen.

Doch die kleine weißen Planarien traten in ca. einem Dutzend Becken auf, auch eine weitere Behandlung brachte keine wesentliche Verbesserung.
Zuerst mußte ich die Becken ausfindig machen, in denen noch Planarien lebten. Dafür gab ich zwischen zwei kleine Schieferplatten etwas Frostfutter, legte sie in eine ruhige Ecke des Aquariums und kontrollierte über eine Woche lang täglich auf das Vorhandensein von Planarien.

Die überlebenden Planarien mußte ich “konventionel” bekämpfen. Lange überlegte ich wie und mit welchen Mitteln ich die Planarien bekämpfen wollte.
Salz, Hitze und Sprudel (Kohlensäurehaltiges Mineralwasser) schienen mir am geeignesten.

Mit diesen Methoden habe ich meine Anlage planarienfrei bekommen. Solange auch nur ein Aquarium noch Planarien enthält, besteht immer die Gefahr einer Verschleppung.

Ich fange und verfüttere seit vielen Jahren Wasserflöhe, Cyclops und rote Mückenlarven und konnte noch nie das Einschleppen von Krankheiterregern oder Planarien beobachten. Nur habe ich mir einigemale Hydra mitgebracht, die mit Flubenol schnell bekämpft waren. Fische, die regelmäßig mit Frost- oder Lebendfutter gefüttert werden, sind wesentlich vitaler und langlebiger, als ihre Artgenossen, die nur Trockenfutter bekommen. Eine kleine Kultur mit Grindalwürmern oder Springschwänzen sollte sich eigentlich jeder Aquarianer zeitmäßig leisten können.

Zum Schluß: Alle neuen Pflanzen kommen jetzt für mindestens vier Wochen in ein Testbecken, in dem ich täglich frischgeschlüpfte Salinenkrebse verfüttere. Durch die Salinenkrebse vermehren sich die eventuell vorhandene Planarien und nur wenn ich sie entdecke, kann ich sie bekämpfen.

Unbeantwortete Fragen

Heute, Februar 2006, sind aber noch einige Fragen unbeantwortet. Wie vermehren sich die Planarien? Warum findet man von den Braunen keine kleinen Tiere? Kann man sie sich mit Frostfutter einschleppen? Gibt es gegen Flubenol resistente Stämme? Auch von der 100%Wirksamkeit der Salzwassermethode bin ich mir nicht ganz überzeugt. Wieso grift der Sprudel die Planarien an? Können dort welche überleben? Wieso sind die kleinen Weißen resistenter als die grossen braunen Planarien?
Also habe ich meine ganze Anlage durchstöbert und noch ein paar Planarien von den zwei Arten aufgetrieben. In kleinen Schälchen mit einigen Lavabrocken, regelmäßigem Wasserwechsel und Fütterung mit Salinienkrebsen geht es ihnen prächtig.
Nach einigen Tagen konnte ich bei den braunen Planarien kleinere Tiere feststellen, die einen spitzen, durchsichtigen Kopf hatten. Was war da geschehen? Ganz einfach! Die Braunen teilen sich. Grosse Planarien werfen ihr Hinterteil (so 35-40% der Körperlänge) ab, das innerhalb drei Tagen einen neuen Kopf bildet. Bei guter Fütterung teilen sie sich alle sieben Tage. Die weißen kleinen Planarien konnte ich wegen ihrer Grösse noch nicht richtig beobachten. Ich werde mir aber in den nächsten Tage einige in ein Miniaquarium von 50ml setzen. Demnächst werde ich auch einige Versuche mit meinen Planarien machen.

August 2006: Die Versuche haben bestättigt, dass nach dem Einfrieren keine Planarien mehr auftauchten. Vielleicht legen sie nur zubestimmten Zeiten Eier die Frost überstehen sollen.
Außerdem benutze ich die Salzbäder nicht mehr, da sich hier bei einer ungenügend langen Einwirkzeit, es den Planarien gelingt sich zu regenerieren. Anstatt der Salzbäder benutze ich Kaliumpermanganat in einer helllila Lösung. Zuerst passiert nicht viel, aber nach einigen Minuten sind die Planarien nur noch ein Häufchen Schleim, der sich auch nicht mehr regenerieren kann.

Die kleinen weißen Planarien sind aufgrund meiner “perversen” Tierversuche unauffindbar. Vielleicht sind auch nur besser im Verstecken geworden.

12/2014: Flubenol wirkt nicht mehr so wie früher und man bekommt auch keine Kleinstmengen davon. Panacur ist ein Wurmmittel für Hunde und Katzen und wirkt ähnlich dem Flubenol. Ich benutze eine 250mg Tablette für 100-150l.