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Wasserflohzucht im Freien ohne Gestank und Moskitos

Bei der Wasserflohzucht sind Schwebalgen die ideale
Ernährungsgrundlage. So gefütterte Wasserflöhe sind meiner Meinung durch den Darminhalt ware “Vitaminbomben”. Jahrelang fütterte ich getrocknete Brennnesseln, was gleichzeitig das Algen- und Bakterienwachstum enorm steigert und tägliche Entnahmen von 30 bis 50ml kleiner, orangener Wasserflöhe erlaubte. Leider stellen sich in solchen Freilandkulturen schnell schwarze und rote Mückenlarven ein.

Meine Versuche im Kleinen Schwebalgen zu züchten waren alle arbeits- und materialintensiv. Außerdem brachen die Kulturen des öfteren schnell und unerwartet zusammen.

Im Juli setzte ich aus Platzgründen und als Arbeitserleichterung für meine Ferienvertretung eine grosse Menge Endlerguppys in eine meiner Wasserflohtonnen. Die Guppys fühlten sich wohl und frassen innerhalb einiger Tage alle Wasserflöhe weg. Übrig blieb eine immer trüber werdende grüne Brühe, damit es nachts nicht zu Sauerstoffmangel kam, belüftete ich die Tonne ein wenig.

Eine saubere 200l Regentonne füllte ich zur Hälfte mit dem grünen
Wasser, durch ein feines 100µm Sieb verhinderte ich ein Eindringen von Guppys, Schnecken und gröberen Schmutzpartikeln. Mit gesiebten Aquarienwasser aufgefüllt und einigen Wasserflöhen angeimpft. Innerhalb zwei Wochen vermehrten sich die Wasserflöhe stark, sodass ich wieder 100l grünes Wasser nachfüllte. Mittlerweile läuft das System gut: täglich kann ich 10-20ml Wasserflöhe ernten und bis auf ein Nachfüttern alle 6-10 Tage mit 100l grünem Wasser entsteht kein weitere Aufwand.
Als weiter Vorteile konnte ich nur ein einziges Eischiffchen auf der Wasseroberfläche entdecken. In der Tonne daneben, die mit getrockneten Brennnesseln befüttert wurde, waren es innerhalb einiger Wochen viele hunderte Eischiffchen. Zuckmücken bevorzugen das Algenwasser, sodass ich täglich neue “Schleimwürste” an dem Tonnenrand feststellen kann. Die Roten Mückenlarven lassen sich aus dem feinen Bodenabsatz aus Algen und Wasserflohhüllen schnell mit einem mittleren Aquarienkescher aussieben. Besser geht ein Küchensieb mit Metallgaze. Damit lassen sich die Wohnröhren besser zerstören und man hat weniger Reste im Sieb. Etwas Aquarienkies im Schlamm hilft zusätzlich. Das Sieb mit den ausgesiebten Bestandteilen lasse ich knapp in einem Eimer Wasser hängen. Innerhalb einiger Minuten arbeiten sich fast alle Mückenlarven durch die Gaze und man kann sie fast rein mit einem kleinen Aquarienkescher aus dem Eimer fangen. Mit etwas Übung kann man in wenigen Minuten einem Schwung Mückenlarven ernten.

Seit Mitte September habe ich alle Guppys wegen der kalten Witterung gefangen, trotzdem konnte ich keinen Rückgang der Algen feststellen. Ein probeweises Entnehmen von täglich 80 Liter grünem Wasser innerhalb Woche blieb auch ohne Verringerung der Algendichte.

Über den weiteren Verlauf werde ich berichten.

Bis Mitte November konnte ich täglich eine kleine Menge an Wasserflöhen, die bisher auch keine Dauereier angesetzt haben, was auf eine gute Nahrungsversorgung hindeutet, ernten. Außerdem waren noch genügen rote Mückenlarven für drei,vier Zuchtgruppen alle paar Tage satt zu füttern.
Das Algenwasser wird aber schon deutlich lichter.

August 2008:
In diesem Sommer habe ich keine Fische eingesetzt, sondern ich habe das Wasser mit einem 40mm dicken Luftheber permanent durch ein Wasserflohnetz mit 200µm Maschen gefiltert.
Alle zwei Wochen etwas füssiger Blumendünger und gelegentlich etwas Filterschlamm aus einen Aquarium zugegeben und die Sichttiefe lag immer unter 10cm.

Jetzt fehlt nur noch eine automatische Fütterung der Wasserflöhe mit dem grünen Wasser.

Moina werde ich im nächsten Jahr mit dem grünen Wasser ansetzen.

Ende August nach dem Ende der Badesaison habe ich aus Versehen eine halbe Flasche Blumendünger in das Schwimmbecken, 360 × 90 cm, meiner Kinder geschüttet. Da wir während der Badesaison nur mit Sauerstoffpräparaten die Algen und Bakterien kurzgehalten haben, wurde das Wasser innerhalb 14 Tagen zu einer grünen Suppe. Nach einer weiteren Woche konnte ich die ersten roten Mückenlarven ernten. Einfach mit einem feinen Aquarienkescher von der Folie abgekratzt und in einem grossen Metallküchensieb ausgewaschen. Dann das Sieb mit den Mückenlarven und Dreck auf einen vollen Eimer gelegt. Innerhalb einer halben Stunde arbeiten sich fast alle Larven durch die Maschen und können ohne Verunreingungen verfüttert werden. So konnte ich einige Wochen täglich zwischen 20 und 30 ml Rote Mückenlarven in verschiedenen Grössen verfüttern oder einfrieren.
Ende Oktober bekam ich dann von meiner Frau die “rote Karte gezeigt” und mußte das Schwimmbecken abbauen. 500l des grünen Wassers mit Mückenlarven und etwas Bodensatz konnte ich in zwei Plastiktonnen retten.
An roten Mückenlarven konnte ich nicht mehr soviele verfüttern, aber es bildete sich eine stabile Rädertierchenkultur aus mehreren Arten. Bis heute Ende Dezember ist das Wasser immer noch grün und beinhaltet grosse Mengen an Rädertierchen. Selbst die Wasserflöhe, die mittlerweile aufgetreten sind, konnten die Schwebalgen nicht wesentlich reduzieren. Ich vermute, dass es zum Glück doch ein wenig viel Dünger war. Die Rädertierchen sind aber ein Segen für meine Nadel- und Elassomanachzuchten. Ich werde versuchen die Kultur weiter zu erhalten indem ich die Wasserflöhe heraussiebe und bei evtl. nachdünge. Eine leichte Belüftung hat sich bewährt.

Frühjahr 2009:
Die Rädertierchenkultur lief den ganzen Winter hervorragend. Auch eine Eisschicht von 5 cm rundherum konnte die Rädertierchen und die Schwebealgen wenig beeindrucken.
Im März wurde das Wasser fast klar, weil die Rädertierchenpopulation enorm war, etwas Dünger und eine Woche später war das Wasser wieder grüner.
Mit Beginn der Frostperiode beendete ich das permanente Aussieben. Anfang April vermehrten sich große Cyclops und einige Wasserflöhe, sodaß ich diese wieder kurzhalten muß, sonst bricht die Rädertierchenpopulation ein. Als netten Beifang konnte ich 200ml rote Mückenlarven, die sich kurz vor dem Schlupf vorallem nachts aus ihren Wohnröhren kommen, fangen.
Dazu benutze ich einen Automatiktümpler aus einer 50er Styrodurplatte, einem 40er T-Stück, einer entsprechenden Verlängerung und einem selbstgenähten Gazeschlauch.

08/2009:
Leider hat eine Wasserfloh- und Cyclopsinvasion meine Rädertierchenkultur übernommen. Feinstes Futter brauche ich nur selten und kann es mir eigentlich das ganze Jahr über aus verschiedenen Fischteichen in Form von Cyclopsnauplien und Rädertierchen fangen.
Mit meiner Frau konnte ich aushandeln, dass das Schwimmbecken der Kinder bis Oktober stehen bleiben darf. Zum Animpfen werde es mal mit Moina probieren.

09/2009:
In einer der 90l Wannen in denen ich schwarze Mückenlarven zuchte, haben sich nach Abfischen der Mückenlarven dichte Bestände an Rädertierchen gebildet.