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Allomogurnda nesolepis

Allomogurnda nesolepis

Im März 2007 habe ich von Johannes Graf 10 halbwüchsige Allomogurnda nesolepis von seinen Nachzuchten mit 2,5 bis 3, bekommen. Nach seinen Erfahrungen ist der Fisch unproblematisch in der Haltung und auch gut nachzuzüchten. Zu Hause setze ich die Gruppe in ein 40er Aquarium, dass mit etwas Sand, einigen mit Javafarn bewachsenen Wurzeln und einem feinen Mattenfilter eingerichtet war. Die Gruppe lebte sich schnell ein und fraßen große Mengen an Lebendfutter. Am liebsten frischgeschlüpfte Artemien, Cyclops, kleine Wasserflöhe und erstaunlich große rote Mückenlarven. Aber auch Grindalwürmer und gefrorene Futtertiere werden gerne gefressen.
Im Sommer konnte ich auch bei 27 bis 28° C keine Verhaltensänderungen feststellen, solange durch eine gute Umwälzung für einen ausreichenden Sauerstoff im Wasser gesorgt wurde. Ab September zeigten die Weibchen mit ihren leuchtend orangefarbenen Bäuchen ihre Laichbereitschaft. Trotz verschiedener Verstecke und Höhlen, die von den Männchen besetzt wurde, konnte ich keine intensiven Balzaktivitäten beobachten. Erst als ich die Gruppe auf 2,3 reduzierte, laichten zwei Weibchen mit verschiedenen Männchen in einer Plastikröhre und einer Schieferhöhle. Damit die Männchen ungestört ihre Gelege betreuen konnten, entfernte ich die Weibchen. Außerdem trennte ich die Männchen mit ihren Gelegen im Aquarium mit einem Drahtgewebe. Die Gelege bestanden aus ca. 35 bis 50 Eiern, die an der Höhlendecke befestigt wurden. Typisch für diese Art sind längliche Eier von 3,5 × 2mm, die mit einem Band am Substrat festgeklebt wurden. Die Männchen befächelten fleißig ihre Gelege und streiften auch regelmäßig mit ihrem Körper darüber. Trotzdem konnte ich schon am nächsten Tag die ersten abgestorbenen Eier in den Gelegen entdecken. Die Männchen entfernten die Eier nicht. Nach 4 bzw. 5 Tagen waren die Gelege verschwunden.
Bei den nächsten Gelegen versuchte ich den Keimgehalt des Wassers mittels vermehrter Wasserwechsel, Zugabe von Erlenzapfenlösung, Besatz mit Restevertilgern, in dem Fall Turmdeckelschnecken und kleine Ancistrus sp. Rio Paraguay, und zum Schluss auch mit einem UV-Klärer zu senken, aber trotz dieser Maßnahmen entwickelte sich kaum ein Gelege bis zum Schlupf. Gelege die nach zehn Tagen bei 24°C eigentlich schlüpfen sollten, verschwanden über Nacht und ich konnte auch keine Larven finden. Auch nach dem Einbringen von grobem Kies von ca. 5mm Durchmesser, konnte ich keine Larven entdecken.
Da die Grundeln zeitweise einen großen Wanderdrang verspürten, sind mir im Laufe des Jahres einige aus den eigentlich gut abgedeckten Becken gesprungen, sodass ich nur noch zwei Paare hatte, als ich mich im September 2008 zu einer gezielten künstlichen Aufzucht der Gelege entschloss. Ich trennte die Tiere und fütterte sie gut mit lebenden roten Mückenlarven und Wasserflöhen. Nachdem ein Weibchen einen kräftigen Laichansatz gebildet hat, setze ich sie zu einem Männchen in ein 40er Becken. In der Regel begann das Männchen direkt nach Erblicken des Weibchen mit der Balz. Er schmiegt sich an seine Partnerin, spreizt die Flossen und drängte seine Angebetete zu seiner Höhle. Wenn der angesetzte Laich des Weibchen reif war, wurde nach spätestens zwei Tagen gelaicht. Dann entfernte ich das Weibchen und gab die Höhle mit dem Gelege in ein frischeingerichtetes 12 Liter Becken mit 90% Frischwasser gleicher Werte. Um ein Absterben der Eier durch einen Bakterienbefall zu verhindern, gab ich eine größere Menge Erlenzapfenlösung hinzu und brachte in der Nähe der Eier eine leichte Durchlüftung. Leider wurden nach dem zweiten Tag immer mehr Eier weiß, die ich regelmäßig und vorsichtig entfernte, aber bis zum Schlupf waren alle Eier abgestorben.
Da die Grundeln alle im Laufe der Evolution aus dem Meer in das Süßwasser gewandert sind, sind sie relativ unempfindlich gegenüber salzhaltigem Wasser. Keime aus dem Süßwasser sterben oft schon bei nur leichter Salzzugabe ab. So gab ich bei einem der nächsten Gelege etwas Kochsalz zu dem Frischwasser. Und siehe da, es starben wesentlich weniger Eier ab. So erhielt ich aus dem ersten Gelege zehn Larven, die problemlos ihren Dottersack aufbrauchten, sich an salzfreies Wasser gewöhnen ließen und auch schnell an die gereichten Artemien gingen. Bei dem nächsten Gelege, das an einer ungünstigen Stelle in einer Schieferhöhle gelegt wurde, wollte ich die sich gutentwickelnden Eier nach drei Tagen mit einem Wasserstrahl zur besseren Pflege vom Substrat ablösen. Zu meiner großen Enttäuschung wurden fast alle Eier nach dem Ablösen innerhalb einiger Sekunden weiß. Nur ein einziges Eier entwickelte sich weiter. Bei dem nächsten Gelege vom 21.09.08 schlüpften 70 Larven, von denen nach 8 Wochen noch 62 Stück mit einer Größe von 16 bis 18 mm munter in ihrem Aquarium rumhüpften.
Nach einer etwas längeren Trennung laichte ein grosses Weibchen 185 Eier von denen 87 Larven schlüpften. Untypischerweise starben in den ersten vier Tagen über 80 Eier ab, was vielleicht mit der längeren Trennung zusammenhängt. Wenn die Keimbelastung trotz Salz und Erlenzapfenlösung zu hoch wird, schlüpfen die Larven früher und liegen dann entsprechend länger am Boden, bis sie ihren Dottersack aufgebraucht haben. Interessanterweise sterben während dieser Zeit kaum Larven ab. Im Idealfall sind die Larven nach dem Schlupf, 9 bis 10 Tage nach dem Ablaichen, mit einem nur noch kleinen Dottersack schwimmfähig und nehmen dann nach 3-4 Tage ihre erste Nahrung zu sich. Zur künstlichen Zeitigung der Eier hat sich ein Wasser mit einer Leitfähigkeit von 2000 µS/cm und durch Zugabe von Erlenzapfensud von dunkelbrauner Färbung bewährt. Bei dem letzten Gelege habe ich durch Unachtsamkeit mehr Salz zugegeben und in dem Wasser mit einer Leitfähigkeit von 3400µS/cm sind in den ersten der Tagen wesentlich weniger Eier abgestorben. Ob dies an der höheren Salzmenge lag, muss sich noch bestätigen. Die weitere Aufzucht gelingt mit wöchendlichen Wasserwechseln von 50% und einer abwechslungsreicher Ernährung mit Lebend- und Frostfutter fast verlustfrei. Die ersten Geschlechtsunterschiede sollte man nach ca. einem halben Jahr erkennen. Mit den ersten geschlechtreifen Nachzuchten werde ich eine natürliche Aufzucht ausprobieren.
Die NZ vom ersten und dritten Gelege zeigen die Anfang Dezember die ersten Geschlechtmerkmale. d.h. erste Männchen werden farbig. Es gibt im Grundton graue und braune Fische. Ich hoffe (vermute) dass die braunen Weibchen sind. Werde die Woche mal fünf Stück separieren.

08/2009: Die ersten Nachzuchttiere laichen problemlos und auch die Aufzucht der noch relativ kleinen Gelege gelingt gut. Gelege, die ich bei den Männchen lassen, werden mit der Zeit immer weniger, sodass von den 40 Eiern im Schnitt gerade mal 4-6 Larven schlüpfen. Diese werden aber von den Männchen auch in Becken ohne Bodengrund und nur sehr wenigen Versteckmöglichkeiten nicht gefressen. Gegen das langsame Absterben der Gelege versuche ich noch eine Lösung zu finden. Nach meiner Meinung hängt es mit dem Keimgehalt des Wassers zusammen. Vielleicht reicht schon eine deutliche Temperaturerhöhung, dass sich die Eier schneller entwickeln.

Hier mal ein paar schnelle Bilder bevor das alte Paar abdankt.




Bei den ersten NZ von 30 bis 35mm überdeckt der Blitz leider die schönen Farben.


Ohne Blitz


Link zu weiteren Bildern

Artikel von Michael Taxacher

09/2011: Die 4. Generation schwimmt nun in meinen Aquarien. Das Hauptproblem bei der Zucht ist weiterhin die verlustreiche Zeit bis die Larven schlüpfen. Bisher habe ich da noch keine perfekte Lösung gefunden.