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Artemianauplien boosten

Seit den Anfängen meiner Fischzüchterei 1996 setze ich täglich frische Artemiazysten zum Schlupf an.

Von Anfang an benutzte ich die mir von anderen Züchtern empfohlenen Sanders Premium Artemiazysten und das häufig angewendete System, mit auf dem Kopf stehenden PET-Flaschen ohne Boden und einer starken Durchlüftung. Damals reichten zwei Flaschen, von denen ich alle 24h eine gereinigte Flasche befüllte: 1l Wasser, entsprechend Salz und Zysten, nach 18 bis 24h, je nach Raumtemparatur konnten die ersten Artemianauplien, ich nenne sie gerne Salinies, verfüttert werden. Bis vor einigen Monaten habe ich an dem System nichts verändert. Als die Sanders premium deutlich teuerer wurden, habe ich verschiedene andere Artemiazysten durchprobiert, doch leider keine echte Alternative gefunden. Entweder war das Schlupfergebnis im Verhältnis zum Preis trotz Werbeversprechen ungünstiger oder das Schlupfergebnis varierte zu stark bei neuen Einheiten, was eine Bevorraten zu einem Glücksspiel machen würde.
Immer mal wieder habe ich von Boosten der Nauplien gehört oder gelesen, aber das war mir immer zu umständlich und auch bei den meisten meiner Arten nicht nötig. Mit Frost-, Lebend- oder Trockenfutter konnte ich die Fische mehr als ausreichend ernähren.
Seit dem Herbst 2008 habe ich mir, nach dem diese Arten seit fast 10 Jahren auf meinem Wunschzettel gestanden haben, zwei Arten (Süßwasser) Nadeln gekauft: Enneacampus ansorgii und Microphis deocata.
Die Nachzuchten dieser Fischarten brauchen eine sehr hochwertige Ernährung sonst wachsen sie nicht richtig und sterben häufig.

Die Enneacampus ansorgii ist für eine Nadel erstaunlich robust und pflegeleicht. Schon kurz nach dem Eingewöhnen konnte ich die ersten Jungnadeln im Elternbecken entdecken.
Wenn die Männchen die Jungnadeln nicht zu früh entlassen, fressen die Jungnadeln schon nach wenigen Stunden Pantoffel- und Rädertierchen. Salinies werden in der Regel erst nach einem Tag gepackt.
Im bevorstehenden Winter sollten hauptsächlich frischgeschlüpfte Artemien an die Jungnadeln verfüttert werden.Für häufigerer Fütterung mit Cyclops fehlen mir die Futterteiche. Deshalb fing ich an die Salinies aufzuwerten.

Gleich am Anfang hat sich folgendes System bewährt:
Ich habe fünf 1,5l fassende PET-Flaschen zur Verfügung.
Zwei Flaschen setze ich täglich frisch an. Dazu benutze ich: – 1l Leitungswasser, – 13g Salz, (11-12ml) der Leitwert sollte zwischen 17 und 21 mS/cm (nach Splett) betragen, ich bevorzuge einen Wert um 18mS/cm. – 4g Artemiazysten, 1 gehäufter Teelöffel (6ml) – 0,5ml Natron, das Natriumhydrogencarbonat erhöht den ph-Wert, was den Schlupf verbessern soll, aber nach meinen Erfahrungen die Salinies länger leben läßt
Da ich nicht immer mit einer Waage hantieren will, litere ich die Mengen mit verschiedenen Meßlöffel (Hustensaft, Babynahrung, …) aus.
Um einen sicheren Schlupf zu gewährleisten stehen die Flaschen an einem etwas wärmeren Ort bei 26-28°C.

Nach 24h sauge ich mit Hilfe eines Luftschlauches und einem aufgesetzten Röhrchen einen Teil der frischgeschlüpften Salinies ab, um diese an die kleinsten Jungfische zu verfüttern.
Den Rest lasse ich bis auf die schwimmenden leeren Zystenhüllen in zwei weitere PET-Flaschen, die bei 25°C stehen, ab. Jetzt gebe ich 10 Tropfen eines Flüssigboosters (konservierte, konzentrierte Algen) aus den Seepferdchenzucht dazu-
Der Ansatz wird weiterhin so stark belüftet, dass sich keine Zysten absetzen.
30 bis 32 Stunden nach dem Ansetzen, also 8 bis 12 nach dem Schlupf verfüttere ich die Hälfte der geboosteten Salinies und füttere noch etwas Booster nach. Am nächsten Morgen verfüttere ich den Rest. Danach reinige ich die Flaschen mit einer Bürste und spüle sie gründlich aus.
Falls die Salinies während des Schlüpfes verklumpen, reinige ich die Flaschen mit Bleichlauge.
Die ersten Nachzuchten von Enneacampus ansorgii waren bei einer 95% Saliniesfütterung nach 3 Monaten 5,5-6cm groß und begannen die ersten Balztänze.

08/2009: Als Salz benutzte ich seit einigen Monaten Regeneriersalz für Spülmaschinen. Das Salz ist sehr rein und dadurch werden die Flaschen weniger verschmutzt und auch das Wasser bleibt klarer. Zum Aufsalzen in der Nadel-Aquarien und zur Aufzucht der Artemien benutze ich Meersalz, so versorge ich die Fische über das Futter mit ausreichend Spurenelementen.
Gegen das Verklumpen der Salinies, was nach meiner Meinung durch eine erhöhte Anzahl von Bakterien, die die Artemien angreifen, verursacht wird, hat sich eine Erhöhung der Salzmenge um das Doppelte oder Dreifache deutlich besser als die Desinfektion mit Bleichlauge bewährt.
Als Booster benutze ich im Moment eine Mischung aus Chlorella-, Spirulina- und Brennnesselpulver. Diese Trockenmischung kann ich im Vergleich zu dem Algenkonzentrat auch ohne Kühlschrank lagern. Um eine möglichst geeignete Futtermischung für das Boosten und Aufziehen von Artemien zu finden, werde ich nach den Sommerferien Aufzuchtversuche mit verschiedenen Futterarten in einer Reihe von kleineren Becken machen. Bei der Aufzucht von Süßwassernadeln haben sich halbwüchsigen Artemien als dauerhaft verfügbares Futter fast als unverzichtbar erwiesen. Mit der richtigen Größe bekommt man die Jungnadeln so richtig satt und kann als Entschädigung für die Arbeit den Nadeln beim Wachsen zu schauen.
Um die Salinies vor dem Absaugen auf einen kleinen Raum zu begrenzen und so möglichst alle geschlüpften Nauplien zu nutzen, habe ich die fünfte PET-Flasche mit schwarzem Isolierband umwickelt. Dies hat sich als wesentlich haltbarer und praktischer als eine Lackierung oder eine Beklebung mit Folie erwiesen. Zusätzlich verdunkele ich die Flasche mit einem schwarzen Plastikdeckel. So sammeln sich die Salinies ganz konzentriert im Flaschenhals und können abgesaugt werden.