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Kleines 1 x 1 der Nadelpflege, Amazonas 47

1 × 1 der Nadelpflege oder Vorrausetzungen zur dauerhaften Pflege von mir gepflegten Arten Auflistung mit steigender Endgröße (Enneacampus ansorgei, Doryichthys deokhatoides, Microphis deocata)
Durch engen Kontakt mit anderen Nadelhaltern, hier ist besonders Marion Zöller, zu nennen, kann die folgenden Informationen mit vielleicht kleinen Abweichungen auch zur Pflege von
Doryichthys martensii, Ichthyocampus carce, Microphis leiaspis, Microphis cuncalus und Microphis brachyurus benutzt werden.

Aquariengröße: Von den obengenannten Arten kann man ein oder zwei Paare der kleineren Arten dauerhaft in einem Aquarium von 50×30×30cm und ein Paar oder Trio (2,1) der größer werdenden Arten in 60×30×30cm. Auch größere Gruppen sollten in nicht zu großen Aquarien gehalten werden, da man sie dort schlechter beobachten kann und auch eine ausreichende Fütterung schwieriger wird. Für 3-4 Paare Microphis deocata oder Doryichthys deokhatoides reicht ein 80×40×35cm Aquarium.
Technik: Als Filter hat sich ein HMF (Hamburger Mattenfilter) über die kurze Seite des Aquariums bewährt. Spezieller Filterschaumstoff mit 45 PPI aus dem Aquarienhandel, ist ideal. Die Filtermatte sollte ohne viel Aufwand gereinigt werden können. Diese ist sehr wichtig, denn für viele Freunde des HMF ist einer der Hauptvorteile dieses Filtertyps, dass er fasst nicht verstopfen und daher auch nicht gereinigt werden muss. Leider bleiben so viele Abfallstoffe im Aquarium, die durch eine regelmäßige Filterreinigung nicht mehr das Wasser belasten würden. Motorbetriebene Außer- oder Innenfilter sind nicht geeignet, da sie im Originalzustand viele Futtertiere einsaugen, ein relativ geringes Filtervolumen bei hoher Fließgeschwindigkeit haben und die Gefahr des Verklemmens und Verletzen der Nadeln besteht. Die Süßwassernadeln lieben Strömung, was man bei der Wahl des Steigrohrs oder der Motorpumpe hinter der Filtermatte berücksichtigen sollte. Hinter der Filtermatte kann man falls benötigt einen schwachen Heizstab verstecken. Falls die Raumtemperatur nachts nicht deutlich unter 20°C fällt, kann man den Heizstab mit der Beleuchtung über eine Zeitschaltuhr steuern. So fällt die Temperatur, wie in der Natur, nachts ein paar Grad und steigt mit Einschalten der Beleuchtung. Als Beleuchtung reicht eine übliche Leuchtstoffröhre. Ich bevorzuge wegen der natürlichen Farbwiedergabe Leuchtstoffröhren mit der Bezeichnung 960 oder 965.
Einrichtung: Ich richte die Aquarien recht spärlich ein: Eine 10 bis 15 mm dicke Schicht aus abgerundetem (Natur)Kies mit einer Körnung von 1-5 mm und einer oder mehrere filigranen Wurzeln mit aufgebundenen Pflanzen reichen aus, damit sich die Süßwassernadeln wohlfühlen. Bei den Wurzeln bevorzuge ich die Sorten (Handelsnamen): Driftwood, Mangrovenholz und Moorkienwurzeln. Ideal sind Wurzeln, die schon länger in Aquarien genutzt wurden, da sie dann kaum noch ansäuernde Stoffe an das Wasser abgeben. Neue Wurzeln sollten nach Möglichkeit abgekocht oder mehrere Wochen bei regelmäßigem Tausch des Wassers gewässert werden. Von der Form sollten die Wurzeln nur mit einer geringen Fläche auf dem Kies aufliegen, so verhindert man das Entstehen von Faulstellen. Trotzdem ist es wichtig, dass die Wurzeln stabil stehen. Bei den aufgebundenen Pflanzen nutze ich am liebsten Microsorum pteropus (Javafarn) in den verschiedenen Wuchsformen, Anubias sp. (Speerblatt) und Bolbitis heudelotii (Kongofarn). Moose sind nicht so sehr geeignet, da sie Mulm sammeln, Pflegemaßnahmen erschweren und sich auch schnell im ganzen Aquarium verbreitet.
Wasserwerte: Die Süßwassernadeln bevorzugen mittelhartes Wasser mit ph-Werten über 7. Salzzusätze sind bei eingewöhnten Tieren in der Regel nicht nötig. Ausnahme: Ich nutze Salz beim Eingewöhnen neuer oder bei erkrankten Süßwassernadeln um den Keimgehalt des Wassers zu senken. Wenn Salz über einen längeren Zeitraum zu gesetzt wird, dann sollten die Konzentration mit jedem Wasserwechsel verändert werden. Erst nach einigen Tagen gebe ich das Salz hinzu.
Wasserwechsel von 30 bis 50% alle 5 bis 10 Tage verringern die Abbauprodukte und versorgen das System mit neuen Mineralien
Futter: – Ansprüche: Nur wenige andere Fischarten sind so wählerisch wie Süßwassernadeln, nicht nur das das Futter leben muss, nein, es werden je nach Art und Individuum auch ganz unterschiedliche Vorlieben gezeigt. Die meisten Nadeln fressen bevorzugt schwarze und weiße Mückenlarven, größere Artemien, größere Cyclops sp. und kleine Garnelen. Wasserflöhe werden nicht immer gerne gefressen, sind aber ein wichtiger Bestandteil der Ernährung meiner Süßwassernadeln. Einseitige Fresser kann man mit etwas Geduld an andere Futtertiere gewöhnen. Zur Ergänzung kann man auch etwas ungewöhnlichere Futtertiere anbieten: verschiedenen Arten von Gammarieden (Bachflohkrebse), Wasserasseln, Schwebgarnelen, Larven von Furchenkäfern, Eintags- und Steinfliegenlarven. – Qualität: Die Qualität der Futtertiere sollte immer bestmöglich sein. Ein Futtertier ist erst mit gefülltem Verdauungssystem vollwertig und ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste, Grundstein zur dauerhaften Haltung von Süßwassernadeln. Einfach mal eine Tüte weiße Mückenlarven oder Artemien kaufen und ins Aquarium schütten, reicht hier bei weitem nicht. Handelware muss zuerst gefüttert werden. Weiße Mückenlarven fressen gerne frisch geschlüpfte Artemien und Wasserflöhe. Wasserflöhe, Cyclops, Artemien und schwarze Mückenlarven füttere ich mit einer Staubfuttermischung (Chlorella-, Spirulina-, Weizengras-, Gerstengras. und Brennnesselpulver), getrocknetem Rinderblut oder „grünem Wasser“. An Fertigprodukten kann ich …empfehlen. Ich bevorzuge das Futter für meine Nadeln zu tümpeln oder in größeren Kulturen zu züchten. – Frostfutter: Die Gewöhnung an gefrorenes Futter kann mit viel Aufwand gelingen, deren Inhaltsstoffe reichen aber nicht um die Süßwassernadeln dauerhaft zu ernähren. Punkt, Ende der Diskussion – Aufzuchtfutter: Zur Aufzucht von Süßwassernadeln reichen meist frisch geschlüpfte und geboostete Artemien. Cyclops sp., aufgezogene Artemien, kleine Wasserflöhe, kleine schwarze oder weiße Mückenlarven ergänzen später die Ernährung der heranwachsenden Nadeln. Die fehlerfreie Aufzucht gelingt nur mit hohem Aufwand an Zeit und Kosten.
Pflegearbeiten: Sauber aber nicht rein! Neben dem schon genannten Wasserwechsel, sollte alle 4-6 Wochen der Filterschwamm leicht und zwischen den Terminen mit einer Mulmglocke die Kiesschicht gereinigt werden. Hier bitte nicht schludern, wenn die Süßwassernadeln kränkeln oder sterben, nutzt Nacharbeiten nur selten.
Funktionstiere und Beifische: Als Funktionstiere nutze ich verschiedene Arten von Turmdeckelschnecken, die abgestorbene Futtertiere und den Kot der Nadeln fressen und so Faulstellen weitestgehend verhindern. Posthorn-, Blasen- und Apfelschnecken sind nicht geeignet, da sie auf die Nadeln kriechen und diese anfressen können. Auch setze ich gerne ein paar halbwüchsige Corydoras sp. oder Corydoras habrosus dazu, die kleine Würmer und andere von den Nadeln nicht beachtete Futtertiere fressen. Um das Aufkommen von größeren Algenbeständen zu verhindern, nutze ich je nach Beckengröße die algenfressenden und friedlichen Fischarten: Otothyropsis piribebuy, Sturisoma festivum oder Ancistrus sp. Rio Paraguay. Sonstige Beifische habe ich nicht bei meinen Nadeln. Sicher gibt es unter der Vielzahl an Aquarienfischen verschiedene Arten, die auf den ersten Blick gut zu den Nadeln passen, aber selten klappt eine Kombination dauerhaft.
Krankheiten: Im Prinzip gibt es keine kranken Süßwassernadeln, es gibt nur gesunde oder tote. Das heißt, dass eine Süßwassernadel mit einer offenen oder mit Pilz befallenen Wunde, einer größeren Hautverfärbung, eines Geschwürs oder einer sonstigen Wunde in der Regel nicht zu retten ist. Manchmal, wenn die erkrankte Nadel noch nicht die Nahrungsaufnahme eingestellt hat, kann man mit verschiedenen Maßnahmen Erfolg haben. Meist ist eine schlechte Wasserhygiene Ursache der Wunde, also eine zu hohe Belastung mit Keimen im Aquarienwasser: mehrere Wasserwechsel, Filter reinigen und Mulm absaugen sollten verhindern, dass weitere Nadeln erkranken. Zusätzlich kann man dem Wasser Kochsalz zu setzen. Ich bevorzuge Regeneriersalz, das aus reinem Natriumchlorid besteht. Bei der Verwendung von Meersalz muss die Lösung, wegen verschiedener schwerlöslicher Bestandteile erst einen Tag durchlüftet werden. Bei der Dosierung arbeite ich nur noch mit einem Leitfähigkeitsmesser. Zur Behandlung empfehle ich Leitfähigkeiten von 2 bis 6 mS/cm. 2 mS/cm entspricht etwa 10g Salz pro 10 l Wasser. Antibiotika (Nifurpirinol) hat bei einigen wenigen Einsätzen in meiner Anlage nicht die erhoffte Besserung gebracht. Weiterhin hat sich bei der Eingewöhnung von geschwächten Nadeln ein UV-Klärer bewährt, der Keime im Wasser durch UV-Licht abtötet. Hier aber bitte darauf achten, dass das Wasser zusätzlich erwärmt wird.
Ungebetene Gäste: – Muschelkrebse: Durch Tümpelfutter schleppe ich mir regelmäßig Muschelkrebse ein. Hier hilft nur gezieltes Absaugen mit einem dünnen Schlauch und einem aufgesetzten Plastikrohr. Die Muschelkrebse setzen sich auf die Süßwassernadeln und „knabbern“ an ihnen. Die Nadeln fühlen sich deutlich belästigt. Manchmal fressen die Nadeln die Muschelkrebse, wenn man weniger füttert. Dies sollte man aber nur bei gesunden und „runden“ Nadeln riskieren. – Planarien und Hydra: Gelegentlich finden Planarien und Hydra den Weg in das Aquarium. Hier hilft eine Behandlung mit Flubenol oder Panacur. Dies sind Medikamente, die bei Haustieren gegen verschiedene Würmer eingesetzt werden. Die Behandlung sollte aber als die letzte Möglichkeit eingesetzt werden, besser ist es die Plagegeister erst nicht in das Aquarium einzuschleppen oder den Bestand durch Absammeln oder ködern auf einem unbedenklichen Niveau zu halten. Turmdeckelschnecken können an der Behandlung sterben oder über Wochen kränkeln und dann nicht wie gewohnt die Futterreste fressen. – Garnelen: Sind als permanente Futterquelle für die Nadeln nicht geeignet, da sie die Nadeln durch Abweiden beschädigen und die Nadeln die Vermehrung der Garnelen durch Fressen der Eier und Junggarnelen gänzlich unterbinden.
Fortpflanzung: Wenn die Einrichtung des Aquariums, die Futterqualität, die Futterquantität und die regelmäßigen Pflegemaßnahmen den Süßwassernadeln zusagen ist eine Fortpflanzung kaum zu verhindern. Die Aufzucht der Jungnadeln ist bei den genannten Arten (ohne Ichtyocampus carce und Microphis leiaspis) machbar, aber sehr arbeits-, zeit- und kostenaufwändig.