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Ancistrus sp. Rio Paraguay oder Paraguay-Rotflecken-Antennenwels

Beim Stöbern im L-Welsforum wurde ich 2003 auf diese hübsche und kleinbleibende Art aufmerksam. Da ich für meine Becken einige kleinbleibende “Putzfrauen” suchte, bei meinen Sturisoma festivum NZ gab es in kleineren Becken immer wieder Ausfälle, wollte ich mir diese Art zu legen. Einige Monate suchte ich vergebens, bis Manuel Lüning Mitte 2004 im L-Wels Forum welche anbot. Er bot zwanzig seiner 3-4 cm grossen Nachzuchten an. Damit sich der Versand mit TNT auch lohnte, kaufte ich seine gesamte Nachzuchten. Alle überstanden den Transport gut und lebten sich in zwei 45l Aquarien mit vielen Wurzeln schnell ein. Als Futter reichte ich Tetra Tabi min und Pleco min, getrocknete Brennnesselblätter, Gurke und Paprika. Die Kleinen frassen enorme Mengen an Futter und wuchsen entsprechend gut. Am Jahresende waren sie auf 6-8 cm angewachsen und ich konnte die Geschlechter schon gut unterscheiden. Doch unter den 24 Ancistrus sp. Rio Paraguay waren nur acht Weibchen, von denen zwei durch leichte Verkrüppelungen nicht zur Weiterzucht geeignet waren. Da hat sich meine Investion gleich alle Nachzuchten zu kaufen nachträglich doch gelohnt. Ich bildete drei Trios (1,2) aus den fehlerfreien Nachzuchten und verteilte die restlichen als “Putzmänner” in meiner Anlage. Ein Trio gab ich einem befreundeten Züchter, dem ich noch einen Gefallen schuldig war. Die anderen setze ich probeweise in zwei meiner 160l Garnelenzuchtbecken. Trotz meiner anfänglichen Bedenken, das die vielen Garnelen die Ancistrus zu sehr belästigen, fühlten sich die Ancistrus sehr wohl und auch die Garnelen vermehrten sich fleißig weiter. Nach einigen Wochen in den grösseren gut strukturierten Becken, veränderte sich das Verhalten der Fische: Sie waren nicht mehr so scheu und ich konnte eindeutige Balzaktivitäten beobachten. Da ich keine so kleinen Höhlen oder Kokosnüsse hatte, stahl ich kurzer Hand meinen Hypancistrus zebra, bei denen außer Schmusen doch nicht passiert, einige ihrer original L46 Tonröhren.
Diese Röhren waren genau richtig und wurden schnell von den Männchen besetzt. Einige Tage später konnte ich einen herausgewedelten, aber befruchteten Laichballen im Becken finden. Den Laichballen gab ich in eine 1 Liter fassenden Plastikschale mit einigen kleinen Turmdeckelschnecken, einer schwachen Belüftung und etwas Erlenzapfenlösung
Täglich wechselte ich das Wasser komplett und säuberte die Plastikschale. Nach 6 Tagen bei 25°C schlüpften die Larven problemlos. Sie brauchten wiederum sechs Tage für ihren Dottersack aufzubrauchen und wurden danach in einem 5 Liter fassenden Einhängebecken zu ihren Eltern in das Aquarium gesetzt. Als Erstfutter gab ich mein selbstgemischtes Feinfutter, dass zu der Zeit aus gemahlenen Tetra TabiMin, Brennnessel- und Chlorellapulver bestand. Das Futter wurde direkt gefressen und ich konnte täglich einiges an Kotschnüren absaugen. Zusätzlich gab ich noch ein kleine Wurzel, welche so weich sein soll, dass man mit dem Daumennadel leicht Holzfasern abschaben kann, zum Knabbern hinzu. Bei täglich zwei bis drei Futtergaben und vorherigem Absaugen des Kotes, wuchsen die Jungwelse gleichmäßig und ohne Ausfälle heran. Nach 8 Wochen waren sie schon fast 3 cm und bekamen ihr eigenes 45l Aquarium. Nach weiteren acht Wochen und einer Grösse von 4 cm konnte ich die ersten Ancistrus sp. Rio Paraguay mit auf unsere Börse nehmen.
Heute mit einem Alter von 1,5 Jahren sind die Elterntiere ausgewachsen und zwischen 6,5 und 9cm groß. Leider werfen die Männchen die Hälfte der Laichballen aus der Höhle, vielleicht wurde etwas weicheres Wasser die Eier besser kleben lassen. Da bei mir die künstliche Aufzucht problemlos gelingt, wenn ich mit der nötigen Sorgfalt arbeite, werde ich kein weicheres Wasser anbieten. Pro Gelege konnte ich zwischen 20 und 45 Jungwelse groß ziehen.

Ancistrus Rotpunkt
Ancistrus sp. Rio Paraguay 5-6 Monate 5 cm

Datenbank L-Welse-Forum

Zuchtbericht von Sandor Tüllmann

08/2009: Ich vermehre die Art immer noch regelmäßig und gebe zwischen 100 und 300 Stück pro Jahr ab. Obwohl es mittlerweile verschiedene Züchter gibt, die die Art mehr oder weniger regelmäßig nachzüchten, bekommt man sie meist nur auf Börsen oder im Internet. Die grössten Männchen sind heute mit 6 Jahren noch keine 10cm gross. Leider wachsen die Jungfische trotz Aufzuchtversuche mit verschiedenen Futtermischungen nicht wesentlich schneller. Selbst in gut veralgten Aquarien ist das Wachstum nur minimal besser, als in den Aufzuchtbecken. Am günstigsten ist die Aufzucht in 5-8l fassenden Einhängebecken (Gerd-Kasten), die in das Elternbecken eingehängt werden. So bekommen die Jungfische das Futter konzentriert angeboten und trotzdem bleibt die Umgebung relativ keimarm. Das Wichtigste ist das Absaugen der Futterreste vor dem Füttern. Ein paar Posthorn- oder Apfelschnecken unterstützen das Ganze zusätzlich.
In der Amazonas 22, März/April 2009 ist auf Seite 54-56 ein weiterer ausführlicher Artikel über die Haltung und Zucht von Wolfgang Kochsiek zu lesen.

09/2011: Letztes Jahr sind meine beiden Zuchtmännchen kurz hintereinander gestorben. Mit 104 und 98 mm waren sie doch kleiner als ich geschätzt hatte.

Mein Freund Andreas Steffen konnte mir aber mit zwei schönen Männchen aus seiner Linie aushelfen. Die Zwei füllten die entstandene Lücken gleich aus und die ersten Gelege betreuten sie schon nach einigen Tagen und bis heute umsorgten sie einige Hundert kleiner Ancistrus.