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Tipps für den aquaristischen Beginner

Oft werde ich gefragt, woran der Aquaristikanfänger ein gutes Aquaristikgeschäft erkennen kann. Darauf fällt mir keine gute Antwort ein.
Einfacher ist es schlechte Geschäfte zu definieren:

Dabei ist die Aquaristik wirklich einfach und eigentlich nicht arbeitsintensiv, wenn man zu Beginn ausreichend in die Beckengröße, den Filter, die Pflanzen, die Beleuchtung und Pflegemittel investiert hat. Wenn ein Aquarium läuft, kostet es nur wenig: Wasser, Strom, Futter, gelegentlich ein paar Pflegemittel oder mal ein neues Leuchtmittel. Teuer und arbeitsintensiv wird es, wenn die Pflanzen nicht wachsen, die Fische kränkeln und sonstige Probleme auftreten.
Von den verwirrend langen Regalen in den Zoogeschäften brauche ich zur Ausübung meiner Aquaristik noch keine 20% der aufgereihten Produkte.
Außerdem sind die meisten Fischarten relativ hart im nehmen, wenn sie sich eingelebt haben. So kann ich mich noch gut daran erinnern, dass in meinem Schaubecken über Wochen/Monate die Hälfte des Wasser verdunstet war und meine Mutter mich eindringlich bat zwischen Moped und Freundin mal das Becken aufzufüllen. Da ich das Füttern genauso vernachlässigte, steckten die Smaragdpanzerwelse (Brochis splendens), Prachtschmerlen (Chromobotia macracanthus), Altumskalare (Pterophyllum altum) und ein paar Salmler die “Trockenzeit” erstaunlich gut weg. Die Brochis begannen ein paar Wochen später bei besserer Pflege und Fütterung abzulaichen und ich konnte hunderte von kleinen Brochis splendens, die mit 2,5cm eine lustige, segelartige Rückenflosse haben, aufziehen.

Nicht unbedingt von Nutzen für einen Anfänger ist das Internet. Da stehen, speziell in vielen Foren, etliche Halbwahrheiten oder Kurzzeiterfahrungen von selbsternannten Spezialisten drin. Da wird zu schnell pauschal geantwortet und auf unwichtige Dinge wert gelegt. Der “Nitritpeak”, “CPO’s brauchen Blätter”, “immer mehr Weibchen als Männchen”, “Optimale Wasserwert” oder “Corys nur auf Sand” sind da gute Beispiele. Leider ist die Aquaristik keine Mathematik, wo es eine überschaubare und genau festgelegte Anzahl von Variabelen gibt. In der Aquaristik gibt es dutzende Faktoren zu jedem erdenklichen Problem, die man oft nicht genau definieren oder messen kann und so auch nur sehr schwer anderen erklären kann. So wird in den meisten Foren fleißig aneinander vorbei gepostet oder versucht, Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
Dabei braucht der Anfänger eigentlich nur etwas Grundwissen und ein paar Richtlinien, den Rest an benötigter Information bekommt er von seinen Fischen, Wirbellosen und Pflanzen mitgeteilt. Dazu muß man nicht googeln, die Forensuche bemühen oder täglich zum Händler zu rennen, sondern nur aufmerksam beobachten. Und nicht gerade bei jeder Veränderung in Panik ausbrechen (mal zum Spaß in einem Forum “Hilfe” in die Suchemaske eingeben, ich garantiere eine ganze Menge Treffer) und dem neueingerichteten Becken Zeit lassen sich zu entwickeln. In kritischen Situationen reicht oft schon ein grösserer Wasserwechsel, der das zuviel an Nitrit und Keimen entfernt, genauso Pflanzen und nützliche Bakterien mit wichtigen Nährstoffen versorgt, die Karbonathärte auffrischt und so das ganze Milieu stabilisiert.

Ich habe nichts gegen Anfänger und deren Fragen. Ich versuche auch immer im Rahmen meiner zeitlichen Möglichkeiten Fragen in Foren oder per E-Mail gründlich zu beantworten. Viele Anfänger bemühen sich redlich, verhaspeln sich aber auch genauso oft in der Vielzahl an neuer Information.
Hier kann ich nur folgende Tipps geben:

Ich vergleiche die Aquaristik gerne mit dem Spruch: “Viele Wege führen nach Rom”. In der Aquaristik gibt es riskante und schnelle oder langsame und sichere Wege zum Ziel. Der einzige Unterschied ist, dass die Lebewesen im Aquarium und nicht der Wanderer das Risiko tragen.

Wasserwerte: Viele Aquarianer glauben das die Einhaltung der Biotopwasserwerte für eine erfolgreiche Pflege absolut wichtig sind. Dabei sind die meisten der im Handel angebotenen Fische Nachzuchten deren Vorfahren schon seit vielen Generationen in der Obhut des Menschen meist in Leitungswasser nachgezüchtet werden. Sicher brauchen verschiedene Fischarten bestimmte Wasserwerte, damit die Vermehrung funktioniert, z.B. braucht der Rote Neon (Paracheirodon axelrodi) weiches und saueres Wasser, damit sich der Laich entwickeln kann. Die meisten Fischarten leben lange Jahre und vermehren sich, wenn auch andere Faktoren passen in einem “Standartwasser”, dass von viele Wasserwerken in Deutschland angeboten wird.
So ein Standartwasser hat folgende Grundwasserwerte: 4-14°dGH, 2-8°dKH, ph-Wert 7,2-8, Nitrat unter 20mg/l,
Bei den Haltungstemperaturen paßt für “kühlere” Fische 22-24°C und bei “wärmeren” 24-28°C häufig. Ich persönlich halte meine Fische tendenziell eher kühler.
Im Sommer sollte eine Erwärmung Richtung 30°C unbedingt vermieden werden. Günstigerweise sollte das Aquarium nicht an einem Platz im Haus aufgestellt werden, der sich im Sommer besonders erwärmt. Alle Tipps mit Ventilatoren, abgeschalteter Beleuchtung oder unnatürlichen Kühlungsmethoden sind riskant, aufwendig und teuer.