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Enneacampus ansorgii

Jahrelang traute ich mich nicht diese faszinierenden Fische zu erwerben, da ich übers Jahr eine dauerhafte Versorgung mit Lebendfutter nicht garantieren konnte. Mit Anpachten unsere Tümpelteiche wagte ich den Kauf einer Gruppe. Ein Großhändler hatte sie Anfang Oktober 2008 als Nachzuchten auf seiner Stockliste stehen. Nachzuchten sind bei den doch recht empfindlichen Süßwassernadeln Wildfängen vorzuziehen. Wildfänge sind häufig abgemagert und haben schlecht heilende Verletzungen. Ich bestellte mir 4 Paare, die auch nach ein paar Tage per Spedition geliefert wurden. Bei der ersten Durchsicht konnte ich bei den ca. 10cm großen Nadel keine Geschlechtsunterschiede sehen. Alle!! hatten einen roten Bauch und ein mehr oder weniger intensives Streifenmuster an den Seiten. Bei genauem Ansehen mit Hilfe einer Taschenlampe in einem kleinen Plastikbecken konnte ich bei sechs Nadeln eine Bauchtasche feststellen. Bei zwei kleineren, aber bunten Nadeln erkannte ich keine Bauchtasche, doch ich vermutet, dass es sich hierbei um noch nicht geschlechtreife Männchen handelte. Etwas frustriert machte ich mich auf die Suche nach Weibchen.
Mittlerweile lebten sich die Nadeln in einem 50er Becken eingerichtet mit einem feinen, luftbetriebenen Mattenfilter, einer Wurzel mit einer Ranke Anubias auf einer Wurzel problemlos ein. Die Leitfähigkeit des Wassers halte ich mit Meersalz bei 1500 bis 2000 µS/cm. Schwankungen der Leitfähigkeit sind, wie bei den meisten Brackwasserfischen, dem Wohlbefinden förderlich. Als Futter reichte ich neben Wasserflöhen, Cyclops und frischgeschlüpften Artemien auch kleine Muschelkrebse, die gefressen und verdaut werden. Trotz der dünnen Schnauze fressen die Nadeln gerne weiße Mückenlarven, was die Versorgung mit ausreichend Kalorien, besonders in den Wintermonaten, wesentlich einfacher macht. Neben Lebendfutter ist auch ein wöchendlicher Wasserwechsel von 50% wichtig um diese Fische dauerhaft gesund zu halten.
Mittlerweile konnte ich im hohen Norden einen Züchter finden, der bereit war mir vier Weibchen zu verkaufen. Also organisierte ich die Abholung. Die vier Nadeln kamen einige Tage später gesund bei mir an. Nach dem Auspacken wollte ich mir mal ein Weibchen anschauen um den Geschlechterunterschied bei Enneacampus ansorgii zu sehen. Die erste Nadel hatte …… eine Bauchtasche. So ein Mist, hat mich der Züchter reingelegt oder falsch verstanden??? Die drei anderen hatten aber keine Bauchtasche. Die Neuzugänge lebten sich problemlos ein und zu meinem Erstaunen konnte ich zeitgleich in meiner ersten Gruppe zwei Männchen mit gefüllten Bauchtaschen entdecken. Also müssen doch Weibchen dabei gewesen sein. Die tragenden Männchen setzte ich zur besseren Beobachtung in ein 12l Becken und nach ein paar Tagen hatte ich 30 Jungnadeln von 18mm Länge. Die Männchen setzte ich wieder zur Gruppe zurück. Wegen einigen Hydren gab ich eine ganz geringe Menge Flubenolpulver zu den Jungnadeln ins Becken ohne den obligatorischen größeren Wasserwechsel zuvor zu machen. Aus diesem Grund konnte ich am nächsten Tag drei tote Jungnadeln absaugen. Schnell einen großen Wasserwechsel und der Rest der Jungnadeln zeigte keine Anzeichen von Unwohlsein. Als Erstfutter reichte ich Pantoffeltiere und später Rädertierchen (Brachionus sp.) die auch direkt gefressen wurden. Nach drei Tagen wurden die ersten Artemianauplien gefressen. Da ich schon von verschiedenen Halter gehört habe, dass eine längere Fütterung mit frischgeschlüpften Artemien zu Mangelerkrankungen führen kann, booste ich die geschlüpften Artemien mit einem Algenpräparat aus der Seepferdchenzucht. Um die Wirksamkeit zu überprüfen, werde ich später eine Wurf halbieren und eine Gruppe nur mit geboosteten Artemien füttern, während die andere Gruppe auch Rädertierchen, kleine Cyclops und Wasserflöhe bekommt. Nach 12 Tagen sind die Jungnadeln zwischen 23 und 26mm groß und sind fast dauernd unterwegs um Nahrung zu finden.
Nach 20 Tagen schon über 30mm, gutes Wachstum durch geboostete Artemien. Nach 30 Tage bis zu 40mm.

02.12. 5 Stück geboren
04.12. großes Männchen mit Geschwulst trägt dazu 1-2 andere Männchen, lasse sie dieses mal bei der anderen Nadeln.
20.12. Das Geschwulst ist verschwunden. War vielleicht nur eine „Verstopfung“

01/2009 Die ersten Jungnadeln haben das Gröbste nahezu ohne Verluste überstanden.
„Viel Futter aber trotzdem sauber“ heißt der wichtigste Grundsatz.

06/2009 Die Zucht ist bei ausreichender Versorgung der Elterntiere mit Lebendfutter recht einfach. Schwarze Mückenlarven und größere Artemien werde auch sehr gut gefressen. Die Jungnadeln wachsen schnell und zeigen mit 3 Monaten und ca. 6 cm die ersten Balztänze. Die Geschlechter kann man anhand der Bauchspalten schon früher unterscheiden. Trotzdem trugen die Nachzuchten erst mit 5 Monaten die ersten Eier, vorher konnte ich gelegentlich Eier im Aquarium finden die bei der Übergabe verloren gingen.
Außerdem konnte ich keine Nachteile bei einer fast ausschließlichen Fütterung der Jungnadeln mit geboosteten Artemien feststellen.

Unter meinen ersten Enneacampus ansorgii waren ein Paar das eine ganz andere Grundfärbung hatte. Anstatt dem Rotbraun war das Paar leuchtend, irisierend grün gefärbt. Ein kleineres Männchen färbte sich später von oliv zu dem tollen Grün um. Das Paar setzte ich in ein eigenes Becken und hoffte auf eine Nachzucht. Als sie nach 10 Wochen immer noch nicht abgelaicht hatten, setze ich sie wieder zu den anderen Enneacampus ansorgii zurück. Nach ein paar Monaten hatte ich aber zwei Nachzuchtgruppen, die zu 80% oliv gefärbt waren. Aus diesen sucht ich mir im Mai 2009 einige Paare heraus und setzte sie mit den drei älteren grünen Nadeln in ein eigenes Becken. Die ersten Paarungstänze konnte ich schon beobachten.

Ennecampus ansorgii hellbraun

Enneacampus ansorgii braun (normal)

Enneacampus ansorgii grün, Echtfärbung ohne Blitz

Enneacampus ansorgii grün, mit Blitz

Enneacampus ansorgii grün, 2 Männchen

08/2009
Mittlerweile konnte ich die ersten Nachzuchten bei der grünen Gruppe absaugen. Ich bin gespannt, wie die Farbverteilung in drei bis vier Monaten sein wird.
Bisher konnte ich über 200 Nachzuchten an Aquarianer und Händler abgeben, die auch keine grösseren Probleme bei der Haltung der Nadeln hatten. Die Ersten berichten auch schon über gelungene Nachzuchten. Die braune Gruppe habe ich weniger gut gefüttert und auch seit dem keine Jungnadeln mehr im Becken entdeckt. Balzspiele sehe ich regelmäßig, aber es scheint zu keiner Eiübergabe gekommen zu sein. Nach den Sommerferien werde ich aber wieder verstärkt füttern.
Als fast schon ideales Futter für die heranwachsenden Jungnadeln haben sich auf 4-8mm heran gezogene Artemien bewährt. Diese ziehe ich in 25 Liter fassenden Plastikwannen im Freien bzw. ab 09/2009 in 50l Aquarien in der Garage hinter Glasbausteinen. Mehr dazu hier: Aufzucht von Artemien einmal anders

10/2009:
Im Moment gebe ich kein Salz mehr hinzu, was keinen Unterschied im Verhalten der Nadeln bewirk. Sie reagieren aber bestimmt stärker auf hohere Keimgehalte im Wasser. Bei einem Wasserwechseln alle 10 Tage von 50-60% konnte ich in den letzten Monaten keine Beeinträchtigung feststellen.
Porträt Enneacampus ansorgii

09/2011:
Seit über einem Jahr kümmert sich Marion von beepoint um den grünen Stamm. Sie vermehrt die Art eher im Daueransatz, aber mit einem Erfolg, den mich fast neidisch macht. Mittlerweile ist Marion süchtig nach den Nadeln und sammelt Arten, die sie mit viel Zeit und Geschick zu mindest teilweise ermehrt.
Ich habe im Moment nur noch eine Art: Doryichthys deokhatoides